DIE REZEPTION HEINRICH VOGELERS IN DER DDR. LEBENDIGE GESCHICHTE …

„Die Rezeption Heinrich Vogelers in der DDR. Lebendige Geschichte mit persönlichen Reflexionen“
Vortrag von Dr. Kornelia Röder (Kunstwissenschaftlerin, Staatliches Museum Schwerin)

Die Heinrich-Vogeler-Rezeption in der DDR beginnt zwischen Formalismusdebatte und Bitterfelder Weg. Diese entscheidenden Zäsuren werden prägend für die zeitgenössische Kunst in Ostdeutschland und für die Rezeption der Werke Heinrich Vogelers. Die Kunst der Sowjetunion wird als Vorbild propagiert und der sozialistische Realismus im Unterschied zum westlichen Teil Deutschlands als herrschende Kunstauffassung etabliert.
Ausstellungen in den 1950er und 1960er Jahren in der DDR legen den Fokus auf das Spätwerk, weniger auf Vogelers Schaffen als Jugendstilkünstler. Diese Stilrichtung wird wie auch der Historismus und das Bauhaus erst Mitte der 1970er Jahre wiederentdeckt und neubewertet.
Vogelers Wandlung vom bürgerlichen Künstler zum Revolutionär durchzieht wie ein roter Faden die kunsthistorischen Betrachtungen in der DDR. Vogeler gilt als proletarisch-revolutionärer Künstler. Auch die Kenntnis über den Stalinismus in der UdSSR führte nicht zu einer grundlegenden Neubewertung seiner Kunst. Vogelers Vision von einer neuen besseren Gesellschaft, die er in seinen Komplexbildern darstellte, bleibt gemalte Utopie bis heute. Mit der Simultanität als künstlerisches Prinzip schuf er eine ganz eigene und unverwechselbare Ausdrucksweise. Obwohl seine Komplexbilder der Agitation dienen sollten, inspirierten sie einige Künstler der DDR. Dass der Kommunismus letztendlich scheiterte und Vogelers Visionen sich nicht erfüllten, ändert nichts an der Qualität seines Werkes. Es bleibt auch für die Zukunft lebendig.

–  eine gemeinsame Veranstaltung des Freundeskreises Haus im Schluh Worpswede e.V. und
der Heinrich-Vogeler-Gesellschaft, Verein Barkenhoff Worpswede e.V.

Freitag, 28. September 2018, 20.00 Uhr
im Haus im Schluh, Worpswede
Im Schluh 35-37, 27726 Worpswede

Eintritt: 7,– EUR,
erm. 5,– EUR für Mitglieder des Freundeskreises Haus im Schluh und der Heinrich-Vogeler-Gesellschaft